Blitzlicht 3: “Hautreaktionen als Ersatzausscheidung”
Der Körper tut Alles für das Über-Leben des Menschen und kompensiert, wo immer er Einrichtungen, Funktionen dafür hat.
Peter Marines
Eine Klientin hat in der klassischen Massage ein überphysiologische Hautreaktion gezeigt. Eine normale, gesunde Reaktion der Haut ist eine leichte Rötung, da das Gewebe durch die Massage passiv bewegt und erwärmt wird. Die Haut reguliert das wieder und die Rötung verschwindet.
Die Klientin zeigte die Hautreaktion sehr schnell und die Haut produzierte sogar ganz feine Bläschen. Also eine übermässige Reaktion auf einen normalen Reiz. Wenn die Haut als Ausscheidungsorgan verstanden wird, haben wir folgenden Zusammenhang im Sinne einer Hypothese hergestellt:
Was der Körper an Gasen loswerden will, atmet er über die Lunge aus und diffundiert es über die Haut. Was der Körper an Flüssigem loswerden will, scheidet er über den Nieren-Blasen-Harntrakt und über die Haut aus (Schwitzen). Was der Körper an Stofflichem loswerden will, scheidet er über den Darmweg aus. Die Leber ist die grösste Verdauungsdrüse im menschlichen Körper und eng in die Steuerung des Glukose-, Fett- und Eiweissstoffwechsels eingebunden. Die übermässige Hautreaktion kann nun ein Hinweis auf eine eingeschränkte Funktion der Leber sein.
System- vor Einzelbetrachtung. Ein Problem an der Hautoberfläche als Hautproblem zu betrachten, obwohl ein systemischer Zusammenhang vorliegt, führt zur Symptombeseitigung, nicht zur Gesundung. Wird die Hautreaktion als eine Ersatz-Ebene der Ausscheidungsprozesse des Körpers verstanden, kann ein systemischer Behandlungsansatz die Körperfunktionen wieder ins Lost bringen.
Ich habe mal bei Swissair Firmenfussball gespielt. Es gab ein Swissair 1 in der Seria A und ein Swissair 2 in der Serie C. Als ich dazugekommen bin, war Swissair 2 gerade in die Serie Promotion aufgestiegen. In dieser Saison haben wir in der Promotion fast alle Spiele gewonnen, sind 1. geworden und wären in die Serie A aufgestiegen. In dieser Saison war Swissair 1 so schlecht, dass sie auf dem letzten Platz landeten und abgestiegen wären. Da eine Firma nicht zwei Mannschaften in der gleichen Serie haben kann, haben wir die Plätze nicht getauscht. Ich habe in meiner ganzen Fussballzeit nie mehr soviel Solidarität in einer Mannschaft erlebt als damals als wir die Meisterschaft in der Serie Promotion gewonnen haben: Jede isch für dä Ander gsecklet.
Der Körper macht das auch so: Man hilft einander!
[Peter Marines]